Der Bornavirus beim Pferd

Heute geht es in meinem Blogbeitrag um ein Thema, das vielleicht den wenigsten bekannt ist und auch mir vor nicht allzu langer Zeit kein großes Thema war. Nachdem leider immer mehr Menschen an einer Gehirnhautentzündung erkranken und mittlerweile auch immer wieder daran sterben, ist der Auslöser dieser Erkrankung, der Bornavirus wieder in aller Munde. Beim Menschen handelt es sich hier um Einzelfälle, doch bei Pferden ist dieser Virus weit bekannt und sehr gefährlich.

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Beim Bornavirus handelt es sich um eine Gehirnkrankheit, welche im Übrigen nicht nur Pferde, sondern auch andere Säugetiere und den Menschen befallen kann. Das „Borna Disease Virus“ setzt sich dabei im limbischen System des Gehirns fest und beginnt sich dort zu vermehren. Da das limbischen System für Gefühle und das Verhalten des Pferdes verantwortlich ist, wird dieses durch das Virus gestört, da dieses die Nervenzellen dort infiziert. Dadurch kommt es zu Verhaltensveränderungen des Pferdes.

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Was sehr erschreckend ist und was viele nicht wissen, 60 Prozent aller Pferde sind dank neuester Studien von dem Bornavirus befallen. In den meisten Fällen jedoch verläuft diese Krankheit völlig symptomlos und der Pferdebesitzer bemerkt nicht einmal, dass sein Pferd daran leidet. Der Virus schlummert also im Pferdehirn, ohne wirklich auszubrechen. Jedoch gibt es auch Pferde, die immer wieder an Infektionsschüben leiden. Diese können mit Apathie, Schreckhaftigkeit, Headshaking, Ataxien, Koliken, Zwangsbewegungen und Leistungsschwäche einhergehen. Auch Fressstörungen sind immer wieder eine Folge davon. Da das Virus derart in die Gehirnstruktur eingreift,  fressen erkrankte Pferde alles, was ihnen zwischen die Zähne kommt. Von Hundefutter bis hin zu Steinen auf den Paddock. In schlimmen Fällen entzündet sich die betroffene Gehirnpartie des Pferdes und es kommt zur tödlichen Enzephalitis. Auch wenn die Krankheit damals als sicheres Todesurteil galt, weiß man heute aus neuesten Studien, dass diese tödliche Enzephalitis eine seltene Ausnahme bleibt.

Wie die Krankheit tatsächlich übertragen wird ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Man nimmt an, dass sich diese durch die Tröpfcheninfektion weiter verbreitet und durch Mäuse und Ratten auf das Pferd übertragen wird. Daher ist es äußerst wichtig, den Stall von Mäusen und Ratten zu befreien und sich diese gar nicht erst durch offene Futterstellen, ausbreiten zu lassen. Auch die Übertragung durch das Trinken aus demselben Wassereimer kommt als Übertragungsweg in Frage. Gerade in Offenställen kann dies also ein Thema sein. Auch wurde in Studien bekannt, dass tragende und befallene Stuten diesen Virus bereits im Mutterleib an ihr Fohlen weitergeben.

Heiß diskutiert wird ebenso, ob es sich bei dieser Krankheit um eine Zoonose handelt, also einer Krankheit, die von Tieren auf Menschen übertragen werden kann, dies ist jedoch noch nicht gänzlich erforscht.

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Auch wenn diese Krankheit damals meist mit einem tödlichen Verlauf einherging, gibt es heute gute Medikamente dafür. So wird sie in der Schulmedizin mit einem bestimmten Mittel behandelt, welches auch gegen Influenza A eingesetzt wird und eine gute Wirkung zeigt. Ob ein infiziertes Pferd jemals allerdings gänzlich geheilt werden kann bleibt offen. Sicher ist jedoch, dass mit den richtigen Medikamenten diese Virus Schübe in den Griff zu bekommen sind und infizierte Pferde in den meisten Fällen ein weitgehend normales Leben führen können.

Eine Impfung  gegen das Virus ist bislang im Übrigen nicht erfolgreich. Wer sein Pferd dennoch auf das Virus testen lassen will kann eine Blutprobe einschicken. Diese reicht vollkommen aus, um sein Pferd auf dieses Virus hin zu überprüfen. Es muss nicht, wie so oft angenommen, Gehirnwasser gezogen werden.

 

Quelle: Regina Käsmayr
http://www.barnboox.de/pferdewissen/gesundheit/krankheiten/borna-beim-pferd-die-mysterioese-gehirnerkrankung/

 

 

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