Schilddrüsenprobleme beim Hund

Heute soll es in meinem Blogbeitrag um ein Thema gehen, dass viele meiner Kunden beschäftigt bzw. deren Hunde. Heutzutage hört man immer mehr von Schilddrüsenproblemen beim Hund und es wird auch viel mehr diagnostiziert wie noch vor einiger Zeit.

Daher will ich euch kurz erklären, was Schilddrüsenprobleme bei unseren Hunden verursachen, woher diese ruhen können und wie man am besten dagegen vorgeht.

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Die Schilddrüse ist beim Hund, sowie auch bei uns Menschen ein wichtiges Organ, welches am Kehlkopf liegt. Diese Hormondrüse produziert die Schilddrüsenhormone Thyroxin T4, Trijodthyronin T3, Reverses T3 und Kalzitonin. Die Hormone T4 und T3 beeinflussen den Stoffwechsel des Hundes und wirken daher auch auf alle Körperzellen, weshalb sie für das physische und psychische Wohlbefinden äußerst wichtig sind.

Mögliche Krankheiten, die bei einer Schilddrüse auftreten können sind zum einen eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Letzteres kommt bei Hunden allerdings eher selten vor.

Eine Unterfunktion der Schilddrüse, die Hypothyreose ist vor allem bei größeren Rassen weit verbreitet. Bei dieser kommt es zu einem reduzierten Stoffwechsel, was die Symptome sehr vielfältig macht. Die Erkrankung selbst verläuft daher meist schleichend und die Symptome sind zu Anfang auch recht unspezifisch. Die Schilddrüsenunterfunktion ist gekennzeichnet durch einen Mangel des T4 Hormons. Meist tritt diese Erkrankung zwischen dem 4 und 8 Lebensjahr auf. Rassen, wie der Golden Retriever, die Deutsche Dogge, Dobermänner aber auch Pinscher scheinen genetisch vermehrt vorbelastet zu sein als anderer Rassen.

Bei der Unterfunktion muss man noch zwischen der klassisch klinischen Unterfunktion unterscheiden, bei der es zu deutlichen körperlichen Auffälligkeiten kommt und welche auch eindeutige Laborbefunde liefert und der subklinischen, die sich oft ausschließlich durch Verhaltensauffälligkeiten äußert und diese alles andere als eindeutige Laborbefunde liefert. Da diese Art der Unterfunktion leider viel häufiger auftritt als die klinische, ist es daher auch oft so schwer, eine Unterfunktion beim Hund eindeutig festzustellen.

Zu den häufigsten Symptomen dieser klassisch klinischen Unterfunktion gehören u.a.

  • ein trockenes brüchiges Fell
  • Haarausfall und Hautinfektionen
  • Schuppenbildung im Fell einhergehend mit starkem Juckreiz
  • Farbveränderungen am Fell
  • Lustlosigkeit
  • übermäßiger Hunger bei gleichzeitiger Gewichtsabnahme
  • gestörte Wundheilung
  • ständiges Frieren
  • Unberechenbarkeit mit Stimmungsschwankungen

Symptome, welche durch eine subklinische Unterfunktion ausgelöst werden sind u.a.

  • ein ausgeprägtes Aggressionsverhalten, welches zuvor nicht erkennbar war.
  • eine schnelle Reizbarkeit des Hundes.
  • Konzentrationsstörungen im Training und eine verminderte Lernfähigkeit
  • starke Depressionsschübe, welche von heute auf morgen ohne erkennbaren Grund auftreten.
  • generelle Persönlichkeitsveränderungen des Hundes.

Die Schilddrüsenüberfunktion, die Hyperthyreose kommt, wie bereits oben erwähnt, nur sehr selten bei unseren Hunden vor. Bei dieser Erkrankung werden die Schilddrüsenhormone im Überfluss erzeugt und es treten Symptome auf, wie z.b.

  • Gewichtsverlust
  • starker Appetit und Fresssucht
  • erhöhter Puls
  • Nervosität einhergehend mit Zittern
  • Hecheln und dauerhafte Erregung
  • Verhaltensveränderungen vom ruhigen zum nervösen Hund
  • vergrößerte Augenäpfel

Gründe für eine Schilddrüsenüberfunktion sind meist Tumore. Diese können auf die Luftröhre des Hundes drücken und zu Schluckbeschwerden, Husten und Atemnot führen.

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Schilddrüsenerkrankungen beim Hund werden durch labordiagnostische Untersuchungen diagnostiziert. Hier ist die Bestimmung der Konzentration der Schilddrüsenhormone, vor allem dem T4 Wert ausschlaggebend. Via Bluttest, sonographischer Befunde und Stimulationstests werden diese Werte ermittelt. Liegt ein Tumorverdacht bei Annahme einer Schilddrüsenüberfunktion vor, wird dieser via Tumormaker im Blut nachgewiesen.

Ist eine Unterfunktion bei seinem Hund nun festgestellt worden, muss diese dementsprechend Therapiert werden. Hier ist die erste Wahl eine medikamentöse Behandlung. Dem Hund werden durch diese Medikamente – die im Übrigen ein Leben lang verabreicht werden müssen, die fehlenden Hormone zugeführt. Auch wenn es zu Anfang oftmals nicht so einfach ist, die richtige Dosierung für seinen Hund zu finden, schlagen diese in der Therapie doch super an.

Alternativ zur Schulmedizin schwören viele auf die Gabe von Schüsslersalze. Auch diese müssen mit dem Tierarzt abgesprochen verabreicht, und ein Leben lang gegeben werden. Als bekannte eigen sich hier z.b. die Gabe von Magnesium Nr. 7, Kalium arsenicosum Nr. 13 oder Kalium jodatum Nr. 15. Auch zeigt eine Ernährungsumstellung mitunter oftmals positive Effekte.

Die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion ist meist nicht ganz so einfach. Da die Überfunktion, wie oben bereits angesprochen, oftmals durch einen Tumor zustanden kommt, ist hier ein chirurgischer Eingriff nötig, um Tumorgewebe und oftmals auch die komplette Schilddrüse zu entfernen. Wird die Schilddrüse im Ganzen entfernt, muss, wie oben erwähnt, ein Leben lang mit speziellen Hormonen gearbeitet werden. Da leider Tumore im Schilddrüsenbereich schnell zu streuen beginnen, also Metastasen bilden, ist hier schnelles Handeln gefragt. Eine Ausnahme bilden die sogenannten „Adenome“, diese gutartig sind und einfach entfernt werden können.

Aber nicht nur Tumore sind für eine Überfunktion verantwortlich, in seltenen Fällen steckt auch eine Immungenerierte Erkrankung dahinter. In diesem Fall durchläuft die Schilddrüsenerkrankung verschiedene Phasen, bei denen es zeitweise zur Überfunktion und dann wieder zur Unterfunktion kommt. Da das Schilddrüsengewebe bei dieser Erkrankung durch den Angriff des eigenen Immunsystems geschädigt wird, steht hier auch wieder eine Hormonersatztherapie an oberster Stelle.

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Wie bei uns Menschen auch, beeinflussen die Hormone der Schilddrüse das Verhalten des Hundes. Merkt man also, dass sich der eigene Hund in seinem Verhalten stark verändert, sollte man in jedem Falle die Schilddrüse testen lassen. Da sich diese Schilddrüsensymptome, wie oben bereits beschrieben, nicht immer körperlich zeigen, ist es unerlässlich seinen Hund und sein Verhalten genau zu beobachten. Sind Verhaltensauffälligkeiten festzustellen ist der Gang zum Tierarzt und der Bluttest unerlässlich.

Werte die man in diesem Zusammenhang untersuchen lassen sollte sind:

  • T4 (Thyroxin)
  • fT4 (freies Thyroxin)
  • T3 (Trijodthyronin)
  • fT3 (freies Trijodtyronin)
  • TSH (Thyreoidea)
  • Cholesterol
  • TAK (Thyreoglobolin)
  • T4 AK (Tyroxin Antikörper)
  • T3 AK (Trijodtyronin Antikörper)

 

 

 

 

 

 

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