Was tun bei einem Schlangenbiss?

Wie gefährlich sind heimische Schlangen für unsere Hunde?
Diese Frage stellen sich gewiss viele Hundebesitzer, gerade die, die mit ihrem Vierbeiner auch mal in höherem Gebirge unterwegs sind. Da es hier in Bayern – und ich beziehe mich jetzt nur auf Bayrische Schlangenarten, doch ein paar gibt, die nicht zu unterschätzen sind gibt es hier ein paar kurze Fakten dazu:

Welche Schlangenarten gibt es hierzulande überhaupt?
Da wäre zum einen die Blindschleiche, die Kreuzotter, die Ringelnatter, die Schlingnatter, die Würfelnatter, Äskulapnatter und die Aspisviper.

Nicht jede dieser Schlange ist jedoch giftig, so ist die Blindschleiche – die übrigens durchaus sehen kann, eigentlich keine Schlange, sondern eine Echse und natürlich völlig harmlos. Die Blindschleiche trifft man auch recht häufig beim Gassigehen im Wald oder Wiese. Sie ernährt sich von Regenwürmern und kleinen Krabbeltieren.

Blindschleiche (Anguis fragilis), Reptil des Jahres 2017

Die wohl bekannteste der heimischen Schlangen ist die Ringelnatter. Die Ringelnatter ist blaub-grau und ihr Merkmal sind die gelben Halbmondflecke auf ihrem Rücken. Ringelnattern ernähren sich von Fischen und kleineren Tieren, die sie im Wasser finde. Sie ist eine Wasserschlange, lebt also an Gewässern und hauptsächlich auch im Wasser. Bei Gefahr stellt sich diese Tod und gibt ein stinkendes Sekret von sich. Diese Schlange, auch wenn sie mit ihren bis zu 2 Metern Länge durchaus angsteinflößend aussieht, ist auch völlig harmlos.

Ringelnatter.jpg

Die Würfelnatter ist eine vom Aussterben bedrohte Schlangenart, diese ebenfalls im und vor allem unter Wasser lebt. Diese ernährt sich auch ausschließlich von Fischen. Auch diese ist für unsere Vierbeiner, wie auch für uns, völlig harmlos.

Wrfelnatter am Strand, Wasser, Natur, Europa, Bulgarien

Die Schlingnatter ist eine grau braun gefärbte Schlange, die trockene Stellen an Land bevorzugt. Daher sieht man sie oft an Waldlichtungen oder beim Berggehen auf Felsen sitzen und sonnen. Diese wird oft, wegen ihrer Farbgebung, fälschlicherweise mit der Kreuzotter verwechselt. Diese ernährt sich von kleinen Nagetieren und ist auch wieder völlig ungefährlich!

Schlange

Die Äskulapnatter sieht mit ihrer meist grünen Farbe ziemlich bedrohlich aus. Diese Schlange hat eine Länge von über 2 Metern und ernährt sich von Kleintieren wie Eidechsen und kleineren Vögeln. Man trifft sie häufig in steinigen, trockenen mit Büschen bewachsenen Laubwäldern an. Auch bei dieser Schlangenart handelt es sich um eine völlig ungefährliche Schlange!

Groe skulapnatter in der Hand, Neckartal, Hessen, Deutschland

Die Kreuzotter hingegen ist eine echte Giftschlange und in unserem Gebiet durchaus nicht selten anzutreffen. Sie hat einen kurzen, maximal 80 cm langen breiten Körper. Als Farbschläge kommen grau, braun, orange, rotbraun bis schwarz in Frage. Charakteristisch ist eine dunkle X- oder V- Zeichnung auf dem dreieckigen Kopf, sowie ein dunkles Zickzackband auf dem Rücken vorhanden. Bei einfarbigen Tieren – wie komplett schwarzen, fehlt dies jedoch, wodurch sie oft als mit harmlosen Tieren verwechselt wird.
Zu ihren Beutetieren gehören kleine Säugetiere wie Vögel, Frösche und Eidechsen.
Sie bewohnt sehr unterschiedliche Lebensräume. Von Mooren bis hin zu Bergwiesen und Waldlichtungen ist sie überall anzufinden. Sie meidet jedoch trockene und zu heiße Plätze, wodurch man sie also selten auf Felsen oder Steinen zu sehen bekommen wird.

Kreuzotter.jpg

Kreuzottern sind keine aggressiven Schlangen und versuchen bei Gefahr durch uns Menschen oder auch durch Hunde zu flüchten. Greift man sie allerdings an – was bei vielen Hunden leider wegen des Jagdtriebes der Fall ist, beißen sie zu.
Auch kommt es bei Kreuzottern häufig zu einem Biss, da man versehentlich als Mensch oder Hund auf sie tritt. Ein Biss dieser Schlage verursacht starke Schmerzen ist aber für uns Menschen relativ harmlos. Für Hunde hingegen oder kleine Kinder (wegen des geringen Körpergewichts) kann dieser durchaus gefährlich werden.

Auch die Aspisviper is eine gefährlich sogar hoch giftige Schlangenart, die bei uns sogar ein recht großes Verbreitungsgebiet hat. Gut erkennbar ist diese an ihrer Rückenzeichnung. Zwei Reihen dunkler, rechteckiger Flecken, welche zu einem Zickzack oder Wellenband verschmolzen sein können. Der dreieckige Kopf ist deutlich von ihrem Körper abgehoben. Sie bewohnt Berglandschaften mit trockenen und sonnigen Hügeln.

Auch wenn ihr Gift ähnlich wie das von der Kreuzotter wirkt, ist hier definitiv ein Gang zum Arzt anzuraten um mit einem Antidot behandelt zu werden. Für Hunde ist das Gift dieser Schlagen – gerade für kleinere oft tödlich.

Aspisviper.jpg

Doch was tun, sofern der eigene Hund von solch einer Schlange gebissen wurde?
Fakt ist leider, dass die meisten Schlangenbisse bei unseren Hunden zu spät bemerkt werden. Schreit ein Hund also nicht direkt bei einem Biss auf, ist es womöglich zu späteren Stunde ohne ärztliche Hilfe zu spät. Gerade Hunde, die sich in weiten Wiesen oder im Unterholz zur Schlangenzeit befinden und stöbern, trifft es häufiger als Hunde, die man auf dem Weg hält, da man, gerade in hohen Wiesen nicht sehen kann, was sich darunter verbirgt.

Wichtig ist also immer auch mit einem Biss zu rechnen, sofern der eigene Hund aufjault oder man eine Verdickung an einem der Gelenke sehen kann. Oftmals sieht man – gerade bei kurzhaarigen Rassen auch die typischen 2 Einstiche der Schlangenzähne.

Dazu sagen muss man, dass die Schlange nicht mit ihrem vollen Gift beißt bzw. nicht das volle Gift verwendet, sofern sie beißt. Denn die Schlange weiß nie, welch Gefahr dahinter noch kommt, dennoch kann ein einfacher Biss für einen kleinen Hund oder Welpen unbehandelt durchaus zum Tode führen.

Zuerst sollte man wissen, wie das Schlangengift wirkt und mit welchen Symptomen zu rechnen ist:
Das Gift greift die roten Blutkörperchen im Körper des Hundes an (wirkt bei Menschen übrigens gleich).

  • Im Anfangsstadium erkennt man so also eine deutliche Schwellung der gebissenen Stelle (meist tritt diese allerdings erst nach 30 Minuten vollständig auf, weshalb oftmals das mögliche Aufjaulen mit einem Schlangenbiss überhaupt nicht in Verbindung gebracht wird).
  • Im weiteren Verlauf treten Kreislaufbeschwerden und Atemnot ein, sofern der Hund an der Schnute gebissen wurde, die bis zum Kreislaufkollaps gehen können.
  • Der Hund beginnt übermäßig zu Speicheln.
  • Er hat Orientierungsprobleme oder eine allgemeine Bewusstseinstrübung.
  • Er weist eine flache Atmung auf.
  • Der Hund beginnt zu zittern, seine Schleimhäute röten sich, die Körpertemperatur des Hundes fällt und es kann bis hin zum Schock kommen, sofern der Hund nicht ordnungsgemäß behandelt wird.
  • Auch kann es natürlich zu einer heftigen allergischen Reaktion kommen durch das Protein, welches im Schlangengift enthalten ist und dadurch zum allergischen Schock.

Die Auswirkungen hängen natürlich ganz von der Art der Schlange ab. Auch von der abgegebenen Giftmenge und natürlich von dem Gewicht des eigenen Hundes und wo sich die Bissstelle befindet. So sind Bisse im Kopf und Halsbereich natürlich viel gefährlicher, als wenn der Hund in andere Teile wie z.b. den Hinterbeinen gebissen wurde.
Die Erfahrung zeigt allerdings, das alle Hunde, die nach einem Biss schnell Hilfe bekommen, diesen auch unbeschadet überleben!

Erste Hilfemaßnahmen nach einem Biss:

  • Den Hund unbedingt ruhig stellen – nicht mehr weiter Toben oder gar Spielen lassen.
  • Nicht versuchen das Gift aus den Einstichs löchern zu drücken dies verteilt das Gift nur noch schneller im Körper.
  • das Wichtigste: keine Körperteile abbinden! Damals sagte man immer man müsse die Stelle abbinden, damit man verhindert, dass sich das Gift im gesamten Körper verteilt. Heute weiß man allerdings, dass dies kontraproduktiv ist, da so der Körper besser mit dem verteilten Gift klar kommen kann und man mit dem Abbinden der Körperteile nur eine Nekrose begünstigt!
  • Den Hund – sofern möglich zum Auto tragen, nicht mehr dorthin laufen lassen oder das Auto holen.
  • soweit es geht Ruhe bewahren, da die eigene Aufregung sich natürlich noch mehr ungünstig auf den Hund überträgt.

Lasst eure Hund bitte nicht unbeaufsichtigt in hohem Gras oder Brenneselfeldern toben. Achtet immer darauf, dass ihr eure Hunde im Blickfeld habt um einen möglichen Biss auch schnell mit zu bekommen. Achtet auf euren Boden und auf das, wo ihr hin tritt und zu guter Letzt – rechnet immer damit, dass das Aufjaulen eures Hundes auch von einem Schlangenbiss kommen könnte!

 

 

 

 

 

 

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