Wenn’s im Fell juckt

Heute beschäftigen wir uns einmal mit einem Thema, welches gar nicht so selten auftritt und immer wieder Hunde und deren Besitzer plagt.

Erst letztens hatte ich einen Hund im Einzeltraining, welcher sich ständig kratzte, der Besitzer bereits völlig verzweifelt war und man dann, bei genauerer Betrachtung sah, dass Flöhe dafür verantwortlich waren und man diese, durch das Fell des Hundes, nur sehr schlecht erkannte.

Doch nicht nur Flöhe können ein Problem im Fell des Hundes verursachen, sondern auch andere Parasiten. Welche dies genau sind und wie man seinen Hund am besten davor schützen kann, erzähl ich euch hier:

Russian toy terrier scratching. isolated on white background

Erstmal sollte geklärt werden, welche Art von Parasiten überhaupt den Hund befallen und was sie auslösen.

Flöhe
Flöhe sind blutsaugende Parasiten, die dem Hund eine große Menge an Blut absaugen, sofern sie eine Weile im Fell verweilen. Dies kann sogar bis hin zum Tod durch Blutarmut bei kranken oder geschwächten Tieren führen, sofern man diese Flöhe beim Hund nicht rechtzeitig erkennt und entfernt. Die häufigste, vom Floh ausgelöste Erkrankung beim Hund ist allerdings die Flohallergiedermatitis, eine Allergie auf den Speichel des Flohs.

Symptome sind starker Juckreiz mit Haarausfall in Verbindung mit Bisswunden, die sich der Hund selbst zufügt, da die Flohbisse so jucken.

Milben
Milben sind ebenfalls Blutsauger, die auf ihrem Wirt leben. Auch der Befall von Milben geht mit starkem Juckreiz einher. Milben sind dem ersten Anschein nach schlecht zu erkennen, da sie oft mit Schuppen am Hund verwechselt werden. Beginnen sich jedoch diese Schuppen zu bewegen, handelt es sich eindeutig um Milben.

Symptome sind hier wieder starker Juckreiz mit anschließender Hautreaktion und roten Stellen auf dem Fell bzw. auf der Haut des Hundes.

Haarbalgmilben
Kaum ein Hund hat diese nicht als Untermieter in seinen Haarbälgen, die kleinen Haarbalgmilben. Diese stören den Hund im Normalfall nicht, nur bei einer Immunschwäche kann sich ein Krankheitsbild entwickeln, welches man Demodikose nennt.

Diese beginnt meistens unauffällig. Es kommt zu vermehrtem Fellausfall mit Schuppenbildung. Meist sind paar kleinere Hautarsenale davon betroffen, diese jedoch ohne Zutun von alleine wieder abheilen, da sie den Hund weder jucken noch sonst stören. Sind jedoch mehr Stellen am Körper des Hundes betroffen, handelt es sich um eine generalisierte Demodikose, also eine schwere Hautentzündung, die ohne Tierärztliche Hilfe sogar zum Tod des Hundes führen kann. Mit bloßem Auge sind diese Milben übrigens nicht zu erkennen, weshalb man diese Krankheit frühestens am Ausfallen der Haare erkennt.

Läuse/Haarlinge
Läuse sind mit ihrer ca. 1 bis 2 Millimeter Körperlänge im Fellkleid nur schwer zu erkennen. Auch bewegen sie sich im Fell des Hundes kaum, im Gegensatz zum Floh. Die Haarlinge sind noch kleiner und praktisch nicht sichtbar. Diese legen Eier in das Fell des Hundes ab, die sogenannten Nissen, diese man jedoch mit etwas Übung gut erkennen kann und oftmals erst bei Sichtung dieser bemerkt, dass der Hund an Läusen oder Haarlingen leidet.

Symptome sind hier ebenfalls wieder sehr starker Juckreiz. Betroffene Hunde kratzen sich so oft das komplette Fell auf und die Haut darunter Wund. Infolgedessen tritt Haarausfall und Haarbruch auf. Die blutsaugenden Läuse können ebenso wie der Floh, zu Blutarmut führen, da auch Läuse seinem Wirt Blut saugen. Auch hier gibt es viele Hunde, die darüber hinaus auf den Speichel der Läuse mit allergischen Reaktionen reagieren.

Stechfliegen
Ja, auch Fliegen sind Parasiten, die den Hund befallen können. Stechfliegen können eine große Menge an Blut in sich aufnehmen. Die Fliegen suchen sich eine Haarlose stelle, wie z.b. die Hundeohren, in diese sie sich einnisten. Bei diesen Fliegen ist nicht nur mit einem großen einhergehenden Blutverlust zu rechnen, sondern auch mit einem Bakterienbefall der Wunden.

Symptome sind hier wieder starker Juckreiz mit offenen oder gar entzündene Wunden. Bei nicht erkennen oder gar hohem Befall dieser Mücken droht ebenfalls wieder eine Blutarmut.

Würmer
Die wohl gängigsten Parasiten für uns als Hundehalter sind die Würmer, gegen die man regelmäßig entwurmen sollte. Man unterscheidet bei den Wurmarten die Bandwürmer, Hack- und Spulwürmer, Lungenwürmer und Peitschwürmer. Auch werden manche Würmer direkt in den Körper des Hundes geschleust, dazu zählen die Gurkenkernbandwürmer und der Herzwurm. Auf die Wichtigsten will ich hier einmal kurz eingehen:

Der Bandwurmbefall bleibt meist eine lange Zeit lang unerkannt, da er im Anfangsstadium kaum Beschwerden verursacht. Erst der massive Befall führt zu Mangelversorgung und Verdauungsproblemen.

Symptome sind hier Verdauungsbeschwerden und Mangelversorgung. Hunde, die mit einem massiven Bandwurmbefall zu kämpfen haben, leiden daher an glanzlosem und stumpfen Fell, anfälligkeiten für verschiedenen Krankheiten, Lethargie oder einer allgemeinen Leistungsverminderung.

Hackenwürmer beißen sich im Darm des Hundes fest und ernähren sich dort von dem Blut der Hunde. Der Blutverlust ist bei diesen Würmern erheblich stark, da ein einzelner Wurm bis zu 0,5 ml Blut aufnehmen kann.

Die schlimmsten Symptome bei diesen Würmen ist der Tod des Hundes, sofern die Wurmerkrankung unbemerkt bleibt. Durch den vielen Blutverlust stirbt der Hund an Blutarmut. Die Wurmbelastung durch Hackenwürmer wird ganz stark im Kot des Hundes bemerkbar, denn durch den Blutverlust im Körper des Hundes färbt sich dieser rötlich bis schwarz ein.

Der Peitschwurm verursacht fast dieselben Schäden wie der Hackenwurm. Er entzieht dem Hund Blut. Dieser leidet nicht nur an Blutverlust, sondern auch an Verdauungsprobleme. Da Peitschwürmer keinen Zwischenwirt benötigen, können diese den daher bereits infizierten Hund bei unzureichender Hygienemaßnahmen erneut befallen.

Ein geringer Befall mit Peitschenwürmern bleibt meist symptomlos. Erst bei einer großen Anzahl Würmer treten Blut oder kleine Darmfetzen im Kot auf, der dünnflüssig wird. Blutarmut und Abgeschlagenheit sind die Folge. Größere Blutverluste sind aber selten.

Spulwürmer verursachen bei einem geringen Befall keine Beschwerden, jedoch kann ein massiver Befall das Tier schädigen. Da sich Welpen bereits im Mutterleib mit diesen Würmern infizieren können, sind vor allem Welpen sehr gefährdet.

Die Schäden, die Spulwürmer verursachen, richten sich nach dem Befall des Hundes. Der Spulwurmbefall kann zu Mangelerscheinungen führen, da der Wurm im Darm die wichtigsten Nährstoffe des Hundes, bevor dieser selbst sie verarbeiten kann, weg frisst. Dieser Mangel führt wiederum zu Lustlosigkeit, Trägheit und Leistungsabfall des Hundes. Auch ein stumpfes und strohiges Fell stellt sich ein. Der massive Befall der Würmer führt zu Verstopfungen im Darmbereich. Durchfall, Erbrechen, Verstopfung, Blut im Kot und Blutarmut des Hundes sind die Folge. Spulwurmlarven können durch den Körper wandern und somit Organe wie Nieren, Leber und Lungen schädigen oder zu Sehstörungen führen, wenn sie sich in den Augen einnisten.

Gegen alle bekannten Wurmarten gibt es Wurmkuren, die mindestens einmal Jährlich verabreicht werden sollten. Gerade Hunde, die viele Mäuse buddeln etc. sind anfälliger als andere für solche Würmer. Gegen Milben etc. helfen Spot Ons, die man von seinem Tierarzt bei Befall erhält. Auch gegen Flöhe gibt es mittlerweile gut wirksame Tabletten.

Schaut eure Hunde genau an, wie oft kratzen sie sich am Fell? Wie ist der allgemeinzustand? Auch bei Hunden mit langem Haarkleid empfiehlt es sich immer wieder auch mal genauer hin zu sehen, damit die bösen Parasiten so schnell es geht bekämpft werden können. Bei Flohbefall und anderen Parasiten reicht es im Übrigen nicht, ausschließlich den Hund zu behandeln. Ist so also ein Zweithund im Haushalt, muss dieser mitbehandelt werden. Auch müssen sämtliche Liegeplätze des Hundes sowie Handtücher, Geschirre etc. gewaschen und im Anschluss eingefroren werden, um die Wurmlarven und Eier abzutöten. Es lohnt sich also, lieber einmal zweimal hinzusehen bevor der Wurm drin ist!

 

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