Silvesterangst beim Hund Teil 1

Viele von uns freuen sich bereits das ganze Jahr darauf, doch für viele Hunde von uns ist es der Planke Horror – der Jahreswechsel mit seiner Schießerei.

Angst zu haben ist erstmal etwas völlig normales. Es sichert das Überleben des Hundes und ist strategisch sinnvoll. Würde ein Hund keine Angst haben, hätte er keine Überlebenschancen. Er würde sich gefahren aussetzen und dabei sein Leben riskieren. Grundsätzlich ist jedoch zu sagen, dass Angstprobleme immer behandelt werden sollten, da übermäßige Angst den Hund krank machen kann.

Ursachen der Angst gibt es viele und es würde den Rahmen des Themas sprengen, diese alle aufzuzählen und genauer zu erläutern.

Auf vier dieser will ich jedoch kurz näher eingehen:
Da wäre zum Einen die „Genetische Disposition“, so zeigen bestimmte Rassen wie z.B. der Border Collie eine höhere Anfälligkeit auf laute Geräusche, da diese mit einer höheren Geräuschempfindlichkeit betroffen sind als andere. Die Phobie bei Gewitter oder Schüssen wird meist zwischen dem 2. und 5. Lebensjahr sehr deutlich, da sie genetisch fixiert ist. Natürlich ist nicht jeder Collie davon betroffen, jedoch tritt diese Angst, hier genetisch öfter auf, als bei anderen Rassen.

Als zweites zu nennen wäre eine „mangelhafte Sozialisierung“. Wurde der Welpe unzureichend mit verschiedenen Geräuschen konfrontiert wie z.B. dem Staubsauger, wird er später auch gegen diesen Angst entwickeln. Generell gelten Welpen, die in ihren ersten Wochen unzureichend sozialisiert wurden, als deutlich mehr angstanfälliger als Welpen, die bereits von ihrem Züchter mit unterschiedlichen Reizen konfrontiert wurden und diese kennenlernen durften.

Und als drittes spielt natürlich die „Lernerfahrung“ eine wichtige Rolle. Die Angst vor gewissen Geräuschen wird mit der Zeit immer stärker, da sowohl beim Hund wie auch bei uns Menschen die Angst vor der Angst dazukommt. Bei Hunden, die an einer Gewitterangst leiden, ist dies deutlich erkennbar. Zu Anfang hat der Hund nur Angst vor dem Donner, im späteren Verlauf beginnt seine Angst bereits bei stark einsetzendem Regen.

Der „Schreckreiz“ als Überraschungseffekt. Gerade an, und bereits vor Silvester kommt die Knallerei für unsere Hunde völlig unerwartet. Sie können diese weder einschätzen, noch wissen sie immer, woher diese genau kommt. Auch verwirrt das grelle Licht und gerade die Pfeifenden Raketen die Hunde sehr. Sie erschrecken sich – wie wir Menschen. Außerdem sind Hunde sehr geräuschempfindlich, da sie 5 mal so gut hören, und demnach auch 5 mal so laut hören wie wir.

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Doch nicht immer ist eine genetische Beeinflussung die Ursache für die Angst mancher Hunde. So handeln leider viele Besitzer aus Angst, dass der Hund eine Angst vorm Knallen zeigt im Vorfeld schon falsch. Gerade unter Kundenkreisen bemerke ich sehr häufig, dass bereits der Neuwelpen Besitzer im Vorfeld schon mehr Angst vor Silvester zeigt, wobei der kleine Kerl noch nicht einmal weiß, was an diesem Silvester auf ihn zu kommt und was dieses überhaupt so schlimm macht.

Doch wie kann man als Besitzer bereits im Vorfeld dagegen wirken?
Souveränes handeln der Besitzer finde ich einen wichtigen Punkt im Thema Angstverhalten an Silvester. Geht man so also als Besitzer ruhig und gelassen an diesem Tag mit seinem Hund um, wird dieser weniger bis keine Panik verspüren, als ein Hund, deren Besitzer schon total aufgeregt ist, bevor überhaupt der erste Knall ertönt.

Was mir auch immer ein sehr wichtiger Punkt ist, ist das Thema „Trost“ bei Angstverhalten. Früher war man der Annahme, Trost würde Angst etc. nur mehr verstärken. Der Hund würde also lernen, dass sich seine Angst lohnt, da ihm der Besitzer viel Aufmerksamkeit bei dieser schenkt. Heute weiß man jedoch, dass Angst generell nicht mit Trost verstärkt werden kann – im Gegenteil, und dass ein gewisses Maß an Trost dem Hund sogar gut tut. Einen Hund gar zu ignorieren, der ein Angstverhalten zeigt und ihm keinerlei sozialen Kontakt zu gewähren, ist enorm falsch und würde ihm bei der Angst in keinster Weise helfen!

In Teil 2 und 3 erfährt ihr, wie man die Angst bei Hunden erkennt, wie man am besten mit dieser umgeht, diese Therapiert und was es noch für Hilfsmittel gibt, dem Hund das Silvesterfest so angenehm wie möglich zu gestalten.

—>HIER<— geht’s zu Teil 2

 

 

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